Für die Beschreibung des Untertagelabors und der darin durchgeführten Experimente benötigt man eine breite Auswahl heterogener Daten. Für ein zweckdienliches Management dieses Datenpools ist ein geeignetes Konzept bezüglich der räumlichen und zeitlichen Einordnung der Daten erforderlich. Hierbei wird vor allem auf offene und bereits in den Geowissenschaften und insbesondere bei Arbeiten in Untertagelaboren (URLs) verwendete Datenformate zurückgegriffen. Darüber hinaus muss jeder Datensatz in einem vorgegebenen, einheitlichen Koordinatensystem georeferenziert vorliegen. Für das FLB Reiche Zeche würde sich hier etwa die EPSG:25833/UTM Zone 33N Projektion anbieten. Zur Beurteilung der Daten im Kontext anderer Daten, werden 3D Representationen aller im Datenmanagementsystem abgelegten Informationen in eine interaktive 3D Szene integriert. Dies ermöglicht eine umfassendere Analyse der Daten durch die Einbettung in den geologischen Kontext sowie die visuelle Detektion von Meßfehlern aufgrund von Inkonsistenzen innerhalb der Szene. Auf diese Weise kann ein Nutzer schnell einen Überblick aber die Existenz und Lage einzelner Sensoren gewinnen, die Meßwerte mehrerer Sensoren können zu Flächen- oder Volumendaten interpoliert werden (etwa bei Laserscans oder Gassensoren) und Observationsdaten verschiedener Instrumente können miteinander korreliert werden. Die Darstellung von Zeitreihen durch Mapping auf Sensor-Objekte innerhalb der Szene ermöglicht darüber hinaus eine Einbettung von typischerweise separat analysierten Daten in den 3D Kontext. Perspektivisch ermöglicht die Nutzung von Verfahren der wissenschaftlichen Visualisierung darüber hinaus die Evaluation von Modellen bzw. Simulationsergebnissen im Kontext der umliegenden Geologie, sowie des Labors selbst, sowie anderer Experimente. In Abstimmung mit den Wissenschaftlern werden Datensätze mittels speziell auf die Erfordernisse angepassten Visualisierungsalgorithmen und -filtern vorverarbeitet, um die relevanten Aspekte in den oft sehr komplexen Daten geeignet darstellen zu können. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, mit Datensätzen innerhalb der Darstellung zu interagieren, d.h. die Sichtbarkeit von Datensätzen kann angepasst werden, zeitlich veränderliche Daten können animiert dargestellt werden und es können Zusatzinformationen zu den einzelnen Datensätzen abgerufen werden (z.B. Bohrkernprofile, Dokumentation von Meßparametern, Fotodokumentationen, etc.), sofern solche existieren. Neben statisch vorliegenden Observations- und Modellierungsdaten ist insbesondere die Integration von online verfügbaren Informationen (z.B. in-situ Messdaten aus den jeweiligen URLs) über geeignete Webdienste oder Datenbanken möglich (z.B. OGC-Webservices8), so dass jederzeit aktuelle Informationen abgerufen und dargestellt werden können. Für eine effiziente Umsetzung ist es angedacht, auf Erfahrungen im Untertagelabor Mont Terri zurückzugreifen. Dort wird vom Betreiber derzeit aufbauend auf den Erfahrungen der letzten Jahre ein neues Datenerfassungssystem geplant. Dieses ermöglicht den direkten Zugriff auf alle Messdaten. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen entsprechende Schnittstellen auch für das FLB Reihe Zeche implementiert werden, so dass auch hier ein Echtzeitzugriff sowie eine Interaktion mit kontinuierlich gemessenen Daten ermöglicht werden kann.